Erfahrungsberichte unserer Mitglieder von Au Pair 50 plus Teil 1
 

16. April 2016
eMail einer Gastfamilie

Liebe Familie Günther,
wir haben nun vier Wochen die tatkräftige Hilfe von Christel F. genießen dürfen und möchte Ihnen danken für die von Ihnen geschaffene Möglichkeit, eine solche Hilfe zu finden.
Es war eine sehr harmonische Zeit, die auch deswegen zu beider Zufriedenheit verlaufen ist, weil beide Seiten von Anfang an ganz offen über Wünsche und Verbesserungen kommuniziert haben.
Christel F. hat sich problemlos und sehr zuverlässig in unsere Familie und unseren Freundeskreis eingefügt.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Frühling in Lefkas
Fritz G.


16. Juni 2015
Brief in die Heimat

Hallo, all Ihr Lieben zuhause!

… Drei Monate hatte ich Zeit, mich in meinem neuen Heimatort Oppenheim einzugewöhnen und auch eine gewisse Routine in meiner sehr schön eingerichteten FengShui-Wohnung zu entwickeln. Im Ort selbst fühle ich mich sehr wohl und gut angenommen, mein neuer Bekanntenkreis wächst stetig. Mal zum Einkaufen zu gehen oder irgend etwas anderes ausserhalb zu erledigen bedeutet immer auch jemanden zu treffen, sich auszutauschen, die letzten Neuigkeiten zu erfahren oder sonstige Informationen zu bekommen.

Im Februar und März dieses Jahres war ich noch einmal in Lille in Frankreich, um meine Französischkenntnisse zu erweitern.
Im Juni war es also wieder so weit, auf Reisen zu gehen.

Anfang Juni noch war ich im Rahmen einer Delegation der Städtepartnerschaft von Oppenheim in Sant Ambrogio in Italien am Gardasee, der Marmor-Hochburg Europas, und konnte nebenbei die Städte Verona, Bardolino und Brescia besichtigen. Es hat mir so gut gefallen, so dass ich Verona nochmals aufsuchen werde.

Untergebracht war ich bei wirklich lieben neu gewonnenen Freunden auf einem herrlichen Landsitz, natürlich ausgestattet mit sehr viel Marmor, was bei der Hitze im Haus eine sehr angenehme Kühle bewirkte. 

In Sant Ambrogio habe ich so viel Herzlichkeit, Lebensfreude, Weinseligkeit, gutes italienisches Essen und zwei unendlich laue lange Abende erlebt und mitsamt dem Bürgermeister zog der harte Kern nach später Mitternachtsstunde noch zu Freunden auf einen Nachtumtrunk. Gibt es das in Deutschland überhaupt noch? Ich kann mich nicht mehr erinnern. 

Es war einfach toll. Besonders gut hat mir die zwar lange aber sehr unterhaltsame Busfahrt nach Italien und zurück mit weiteren mir bis dahin unbekannten Oppenheimern gefallen. Es gab so viel zu lachen, zu hören, zu erzählen und zu staunen und ich freue mich schon, den einen oder anderen wieder zu sehen.

Zwar sollte ich vor kurzem die Rente beantragen ab Herbst d.J. Das habe ich aber dann doch sein lassen, nachdem ich feststellen musste, dass ich wesentlich mehr erhalte, wenn ich noch einmal 15 Monate zusätzlich arbeite und „einzahle“. D.h. nun, ich suche einen letzten Job von Oktober 2015 bis Dezember 2016, um dann getrost eine Rente zu erhalten, die mir einen gewissen Lebensstandard auch noch im Alter erlaubt.

Seit ein paar Tagen nun bin ich in Rabat in Marokko. Es hat sich ganz spontan ergeben.

Ich habe für die nächsten zwei Monate eine Aufgabe angenommen bei einem deutsch-marokkanischen Diplomaten-Ehepaar, das im nächsten Jahr nach Deutschland zurück kehrt. Die drei Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren sollen auf die deutsche Sprache in Wort und Schrift vorbereitet und auch an deutsche Gewohnheiten herangeführt werden. Im Haushalt wird neben Deutsch auch Englisch, Französisch, Arabisch und Marokkanisch gesprochen. Enorm!

Während meines Fluges von Madrid nach Rabat ging es im Flugzeug zu wie auf einen Jahrmarkt, das sollte mich auf die Gepflogenheiten in den Strassen von Marokko vorbereiten. Der Empfang am Flughafen fiel recht märchenhaft aus mit vielen bunten warmen Lichtern, genauso wie in der Stadt.

Erfahrungen Aupair 50plus








Ich wohne im sehr luxuriösen Botschafterviertel in Rabat in einem mittleren weissgetünchten Palast inmitten einem herrlich angelegten Park mit grossem Pool. Mein separates Appartement ist sehr geräumig, mit grossem Balkon, Blick ins Grüne und absoluter Ruhe.



Natürlich ist die Anlage von aussen entsprechend abgeschirmt und nachts wacht ein Nachwächter in seinem Häuschen vor dem Haus und dreht nachts seine Runden zur Sicherheit der Botschaftsangehörigen (und jetzt auch meiner :-) ). Reisebericht Aupair 50plus

Nicht nur, dass zwei Haushälterinnen abwechselnd im Haus beschäftigt sind, auch gehört ein Gärtner dazu sowie ein Arbeiter, der ständig den Pool reinigt und überwacht.

Das Ganze hat schon einen erheblichen Touch von einem Hollywood-Film.

Da in meiner Nachbarschaft alle Länder ihre Botschaften (Amerika, Russland, Iran, Lybien, England … …) etabliert haben, sieht man die Wachhäuschen auch zuhauf vor den Privatresidenzen und es wird überall patrouilliert.

Mehr oder weniger um die Ecke ist der königliche Polo-Platz zu finden und nicht weit weg davon entfernt der Golfplatz.

Meine Arbeit mit den Kindern läuft super und ich habe wirklich Glück mit der ganzen Familie. Wir verstehen uns sehr gut und für mich ist es eine grosse Bereicherung, mich auch in diese Ebene hinein auszuprobieren und all die Erfahrungen aus meinem eigenen Leben einzubringen.

Ich freue mich sehr, dass ich diese Chancen habe, Teil einer Familie zu sein, wenn auch - oder vielleicht glücklicherweise - begrenzt. Und vor allem freue ich mich, das Land Marokko kennenlernen zu können.

Von der Botschaft wurde mir für einen Tag ein Begleiter mit Auto für eine Besichtigungstour zugesagt, kostenlos versteht sich.

An Abwechslung fehlt es natürlich überhaupt nicht. Neben den Hausaufgaben mit deutschen Lernheften, die ich nach gründlicher Empfehlung  aus der Bücherei aus Deutschland mitgebracht habe, neben einer Unzahl von vorhandenen Spielen im extra eingerichteten Spielzimmer, neben Sportmöglichkeiten im Park, Schwimmen zu jeder Tageszeit im Pool (der mittlere Spross lernt rd gerade mit mir), Zelten, Rollschuh- und Fahrradfahren, Zoobesuche, Besuche in der Shopping Mall zum Eisessen und Schlittschuhlaufen (!) etc., sind auch Einladungen bei anderen Familien schon fest eingeplant. Alles Dinge für Kinder, wozu die Eltern sonst kaum Zeit haben.

Und es gehört als Botschaftsangehöriger auch zur Pflicht, regelmässig Einladungen auf dem Niveau zu geben.

So waren wir gestern auf einer Kindergeburtstagsparty des Sohnes des Prinzen aus der königlichen Familie. Ich kam mir vor wie in einem amerikanischen Film mit Mickey Maus und Co., Büfetts von den königlichen Köchen zubereitet und serviert, Clowns für die Kinder, Limousinen mit Chauffeur vorm Haus, etc. 

Auf dem Rückweg durfte ich mit dem Auto meiner Gastgeber mit Diplomaten-Nummernschild die Kinder durch Rabat nach Hause fahren, also meine erste Autofahrt, die jedoch sehr gut verlief (ohne dass ich meinen Führerschein dabei hatte, noch einen internationalen habe; Ausländer dürfen hier ein Jahr lang ohne internationalen Führerschein fahren). 

Es heisst, dass die Marokkaner so Auto fahren, dass man meinte, sie haben keine Aussen- und Innenspiegel. Es wird also weder nach rechts noch links geschaut und auch sonst gibt es zwar Regeln, aber die werden nicht befolgt. Ich kenne den Verkehr von Paris, der auf „Ellenbogen-Manier“ beruht, in Rabat ist er dagegen eine Gratwanderung.

Heute Nachmittag war ich mit meiner Gastgeberin in der Medina, der Altstadt von Rabat mit dem grossen Markt, dem Souk und am Meer. Ein absolutes Erlebnis für sich und sehenswert mit all den schmalen Gassen. Und überall wird das Nationalgetränk der Marokkaner, Minze mit grünem Tee und viel Zucker, angeboten und getrunken. 

Ab Freitag übernehme ich das Auto ganz für Ausfahrten mit den Kindern und solange versuche ich mich noch in der Stadt zu orientieren, leider ohne Navi, aber es geht auch so schon sehr gut.

Für morgen hat die Frau des Prinzen und ihre Familie eingeladen zu einem Badeausflug ans Meer. Wow! Wie schon gesagt, ich muss immer überlegen, bin ich jetzt im Film oder in der Wirklichkeit!

Auf der anderen Seite bekomme ich das tatsächliche Leben mit, natürlich auch Einblicke ausserhalb des Tourismus sowohl in die hiesige Kultur wie auch in die Hintergründe der politischen Abläufe, was für mich sehr interessant ist, um mir ein eigenes Bild zu machen. Und ich kann nur feststellen, dass es sehr spannend ist.

Es gäbe sehr viel mehr zu berichten, aber es ist im Moment hier nicht angebracht. Vieles ist einfach top secret. 

Damit ich für mein Handy eine Telefonkarte bekam, musste ich z.B. meinen Reisepass kopieren lassen. Alles wird registriert und kontrolliert.

Meine Reisen als Mensch, nicht als Tourist, bieten mir immer wieder die Möglichkeit, Land und Leute aus nächster Nähe kennen zu lernen mit all den Wünschen, Vorstellungen, Visionen, Sorgen und Nöten, sei es im Grossen wie im Kleinen, individuell wie auch global. Vieles kann ich nicht beurteilen, weil es noch eine Welt hinter den Kulissen gibt, an die auch ich nicht heran komme … d.h. ein wenig öffnet sich mir der Vorhang gerade zumindest in dem Rahmen, in dem ich mich jetzt bewege. 

Die Tage vergehen rasend schnell und ich falle abends erschöpft ins Bett. 

Am Donnerstag beginnt der Ramadan und das Land ist in einer Feierlaune, vergleichbar mit unserer Vorweihnachtszeit. Jetzt werden in den marokkanischen Haushalten grosse Mengen von Plätzchen und viele andere Naschereien mit viel, viel Zucker gebacken und zubereitet, die dann ab ca. 21h30 abends zusätzlich zu den normalen Speisen gegessen werden dürfen. Das Fastenbrechen jeden Abend wird begonnen mit einem Glas Buttermilch und einer frischen Dattel und dann darf gegessen werden bis zum Morgengrauen. Sogar die Kinder werden schon an dieses tägliche Fasten herangeführt, was dann, wenn sie es geschafft haben, nachts gefeiert wird wie ein Geburtstag.

Für mich als langjährige Fasterin  hat das Ramadan-Fasten natürlich überhaupt nichts mit Gesundheit aus medizinischer oder körperlicher Sicht zu tun, es geht ja auch nur um die religiöse Einstellung der Marokkaner. Wenn ich mir die Volksgesundheit hier im Lande anschaue, so lässt sie auch sehr zu wünschen übrig.

Natürlich hat dieses Ramadan-Fasten seine Auswirkungen auf das tägliche Leben sowohl im wirtschaftlichen als auch im individuellen Bereich, aber es ist eben eine alte Tradition und der Marokkaner darf sich dem auch nicht entziehen. Das Land ist jetzt in einem Ausnahmezustand für die nächsten vier Wochen.

Ich hoffe, es geht Euch gut. Ab August werde ich voraussichtlich wieder in Deutschland sein und vielleicht sehe ich dann den einen oder anderen von Euch. Ich würde mich sehr darüber freuen.

Aus Marokko sende ich Euch meine besten Grüsse und wünsche Euch alles Gute.

Eure Brigitte

05. Juli 2015
aus einem Brief in die Heimat

… Wie peinlich! … Heute war ich wieder im Hause des Prinzen der königlichen Familie eingeladen zusammen mit meiner Gastfamilie.
Inzwischen kennen uns die Wachen, dürfen ohne sichtbare Kontrolle ein und ausgehen, natürlich mit vorheriger telefonischer Absprache und werden direkt durch die Anlage ins Haus begleitet von irgendwelchen marokkanisch geschmückten bzw. livrierten Dienern.

Vor dem Haus stand ein junger, mir unbekannter Mann, sehr leger angezogen, den ich als ein Freund des Hauses einstufte und nicht sehr beachtete.
Nachdem ich die Prinzessin begrüsste, kam auch dieser Mann auf mich zu und gab mir sehr vertraut die Hand. Oh, Schreck … ich hatte ihn nicht erkannt! Es war der Prinz persönlich, der sich seinen Vollbart abrasieren musste auf Anordnung des Königs, nachdem vor kurzem die verschiedenenTerroranschläge stattfanden. Wie er mir sagte, sei die Gefahr zu gross, dass er als Terrorist eingestuft werde auf seinen Reisen. Jetzt erst erkannte ich ihn richtig, er kam mir sehr viel jünger vor, aber tatsächlich ist er schon 35 Jahre alt, versteht sehr gut deutsch, liebt Bitburger und Warsteiner Bier und ist sehr natürlich und freundlich. Die Unterhaltung mit den Gästen findet in Englisch und Französisch statt, teilweise auch in Deutsch.
Ständig waren irgendwelche Angestellte um uns herum und es wurden Getränke serviert nach unseren Wünschen. Dazu gab es von der Prinzessin selbstgebackenen Kirsch-Käsekuchen, zwar angebrannt, aber dennoch ganz gut. Sie liebt es zu backen, was jedoch nicht so oft vor kommt, da ein Koch ebenso zum Personal gehört.
Wenn man mal absieht von dem ganzen Prunk drum herum und hinter den hohen Mauern, dann könnte man meinen, man ist bei Freunden zu Gast, ganz ungezwungen und leger.

Ich habe mich noch ein paar Mal entschuldigt und alle hatten sich noch eine Weile über mein Missgeschick amüsiert. Wie peinlich.

Leider ist es nicht erlaubt, Fotos zu machen, auch sonst in der Stadt und an bestimmten Plätzen wird man darauf hingewiesen, es zu unterlassen.
Das ist eigentlich sehr schade, denn es wäre schon sehr interessant, vor allem die Unterschiede festzuhalten.

Ich glaube, in zehn Tagen ist der Ramadan vorbei. Die Leute sind tagsüber wie im Delirium, hängen herum, dürfen seit schon fast drei Wochen ab Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nicht essen und trinken. Mit einem Bombenschlag etwa abends um viertel vor acht Uhr (alle Fastenden  Einwohner im Land sitzen vor ihrem gedeckten Tisch und warten darauf und dass das Gebet von den Minaretten ausgerufen wird) beginnen die Leute dann mit einem Schluck Milch/Buttermilch und einer Dattel, das sogenannte Fasten (für mich ist es gezwungenes Hungern) zu brechen. Dabei essen und trinken viele so heftig und viel, dass sie mit Magenproblemen in die Krankenhäuser müssen.
Die Nacht über müssen sie in bestimmten Abständen aufstehen, zur Moschee gehen oder zuhause beten. Die Menschen sind total übermüdet und das Leben im Alltag ist total beeinträchtigt, nichts läuft mehr normal. Am 1. Juli hat die Sommerzeit begonnen, d.h. es wird eh nur noch reduziert gearbeitet.
Wenn ein Muslim auf der Strasse raucht, isst oder trinkt, dann kann es sein, dass er von der Polizei ins Gefängnis gesteckt wird für dieses „Vergehen“, was tatsächlich vorkommt. Es sei denn, er hat einen Ausweis dabei, dass er krank ist.

Wenn möglich, sollte man niemals zu Zeiten des Ramadan Marokko besuchen, es ist ein absoluter Ausnahmezustand in der muslimischen Welt.
Auch nach Casablanca oder Marrakesch zu reisen, macht im Moment überhaupt keinen Sinn, da die Städte wie ausgestorben sind.

Morgen werde ich mir mal das Museum ansehen und nochmals das Mausoleum von innen betrachten.

Ich hoffe, Ihr übersteht die grosse Hitze in Deutschland gut. Bei uns ist es ganz angenehm, zwar auch heiss, aber mit Meeresbrise.

Herzliche Grüsse aus Rabat,
Brigitte

Aupair 50plus


Das hier ist die Luxus-Patisserie AMAUD, Gebäck, Törtchen etc. bis zum Umfallen. Hier stehen die reichsten Leute bzw. deren Gesandte Schlange und vor den Türen parken die dicksten Luxusautos. 1/2 kg feinste Patisserie kostete mich 70 Dirham = 7 € (würde in Paris mindestens 40 € kosten).







Senior Au Pair


Hier eine Luxus-Wohnanlage mit Wachen, Hausmeister, überall, wirklich überall Kameras zur Überwachung. Da ich auch den Fahrdienst mit dem Diplomaten-Auto innehabe, musste ich hier ein Kind von einem Kindergeburtstag abholen. Luxuswohnung über zwei Etagen, der amerikanische Vater Mitglied der Weltbank und Mutter Prof. der Psychologie, auf zwei Jahre in Rabat stationiert, alles komplett auf Kosten des amerikanischen Staates. (Deutschland übernimmt dagegen nur einen Teil der Kosten im Ausland für seine Diplomaten.)






Aupair GrannyAupair 50plus

 

Teil meines momentanen Zuhauses. Ganz   links ist mein Wohntrakt.

Artikel_20160114_kl
WAZ1
Waz2
WAZ3
WAZ4
5
WAZ5

Quellenangabe:

Aupairartikel_Weser-Kurier_Jan2017

Quelle: Weser-Kurier 24.01.2017

Aupair 50plus Logo
Au Pair 50 plus
Au Pair 50 plus
Au Pair 50 plus

AGB   |   FAQ   |   KONTAKT ZUR  AGENTUR   |   IMPRESSUM   |   DATENSCHUTZ   |   DISCLAIMER   |   WIDERRUF

deutsch, german
englisch, english